Mit einem gewissen Stolz präsentiere ich die letzte Arbeit aus meiner ongoing series „Lunarscapes/Mondlandschaften“. Das im Kölner Blücherpark entstandene Bild hatte ich schon seit Ewigkeiten im Kopf, aber wie das so ist, nie passten Mondverlauf und Wetter zusammen, um das Foto zu verwirklichen.

In diesem März mit seinen außergewöhnlich klaren Tagen fügte sich dann eins zum anderen, und am letzten möglichen Tag des Mondzyklus konnte ich an die Arbeit gehen. Wie immer berechnete ich die notwendige Belichtungszeit anhand von Testaufnahmen, doch der Schock kam dann nach etwa einer Stunde Belichtung: Ich hatte mich eindeutig verrechnet. Ich stand morgens um fünf also im Park an der Kamera, die ein Bild machte, dass es eigentlich gar nicht gab, während Flaschensammler vorbei radelten und nach Beute vom gestrigen Abend Ausschau hielten, wunderte mich (wie so oft) über mein seltsames Tun (den Weg des Mondes über den Himmel als Lichtspur einzufangen) und dachte, ich hätte es vermasselt. Eindeutig unterbelichtet.

Es gibt ein gewisses Spektrum, in dem man solche Fehlbelichtungen korrigieren kann, zumeist geht es jedoch, wenn man die Bilder groß drucken will, zu Lasten der Qualität. Ich harrte trotzdem aus, verlängerte die Belichtungszeit bis in die Morgendämmerung, zwang mich zu Geduld, um noch möglichst viel Licht des aufziehenden Morgens mit ins Bild zu nehmen.

Als ich es dann endlich wagte, den Verschluss der Kamera zu schließen, verging eine atemlose Sekunde, bis das Bild auf dem Monitor erschien, und … es war komplett überbelichtet! Auf dem (glücklicherweise nicht ausschlaggebenden Display der Kamera) war der Mondstreifen komplett in einem weißen Himmel verschwunden! Holy Moly! Glück ist Geschick. Die Überbelichtung lag gewissermaßen in dem Spektrum, dass ich für gewöhnlich mit Expose to the Right anstrebe, also so viel Licht wie möglich einzufangen, um später im Zweifel manche Stellen wieder abzudunkeln. Der Mondstreifen ließ sich problemlos sichtbar machen. Und nicht nur das. Meine Geduld, auf das Licht des Morgens zu warten, wurde durch eine wundervolle Durchzeichnung der eigentlich stockfinsteren Umgebung belohnt, und das blaugraue Licht der Dämmerung bildet einen perfekten Kontrast zur silbernen und goldenen Reflexion des Mondes auf dem Weiher.